Kommentare 0

Die Statistik von Youtube

Youtube ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ob man nun wissen will wie man eine Wasserleitung repariert, wie man Fitnessübungen vom Sofa aus praktiziert, oder wie man sich (etwas ab-)schminken kann – jeder User wird bei Youtube bedient. Grund genug der Seite einen Beitrag zu widmen, denn die Zahlen sind atemberaubend.

Google wollte etwas mehr vom Reichweitenkuchen

Seit 2005 existiert das Portal mittlerweile, welches von  Chad HurleySteve Chen und Jawed Karim gegründet wurde. Zu der Zeit gab es (in Deutschland) gleich mehrere Portale die um die Zuschauer gebuhlt haben: Clipfish, MyVideo und Vimeo waren wohl die größten Platzhirsche auf dem deutschen Markt. Doch 2006 klopfte Google an die Tür an und übernahm Youtube für satte 1,31 Milliarden Euro (in Aktien).  Das Ziel von Google war damit nämlich klar: Mehr Reichweite zu gewinnen und die Google-Anzeigen auf diesem Portal aussteuern.

Anders als man es jetzt kennt, war das ganze Konstrukt aber noch nicht so klar. Ja, richtig gelesen. Es gab mal eine ganze Zeit lang werbefreies Youtube. Die Technik war damals nämlich noch nicht soweit, dass Anzeigen (Layer) über jedem Video erscheinen sollten – geschweige Werbevideos vor dem eigentlichen Inhalt. Nachdem dieses Problem behoben wurde und vor allem Nutzer mit an den Werbeeinnahmen partizipierten, explodierte das Portal förmlich.

Beeindruckende Zahlen

Jeder der eine Website betreibt, kann sich annähernd vorstellen was für gigantische Datenmengen sich hier tummeln müssen:

  • Mehr als 1 Milliarde(!) Nutzer, fast ein Drittel aller Internetnutzer
  • Alleine YouTube auf Mobilgeräten erreicht mehr Zuschauer als jeder TV-Sender in den USA
  • YouTube existiert in 88 Ländern und 76 Sprachen
  • Eine Milliarde Stunden Wiedergabezeit täglich
  • Mehr als die Hälfte der Videoaufrufe erfolgt über ein mobiles Endgerät
  • Bis Juli 2016 wurden insgesamt 2 Milliarden US-Dollar an Rechteinhaber ausgezahlt
  • Pro Minute werden 400 Stunden Videomaterial hochgeladen, Tendenz steigend (Stand 07/2015):
    Statistik: Durchschnittlicher Upload von Videomaterial bei YouTube pro Minute in ausgewählten Monaten von Mai 2008 bis Juli 2015 (in Stunden) | Statista
    Quelle: Statista

Quelle: https://www.youtube.com/yt/about/press/ 

Youtube und die TV-Sender

Nicht zuletzt wegen der Generation „Mobile“ wird Youtube immer weiter an Reichweite bringen. Die Gründe liegen dafür glasklar auf der Hand: Die Generation „20:15 Uhr“ stirbt langsam aus, es läuft im halbwegs bezahlbaren TV wenig gutes Fernsehen, man kann selbst bestimmen wann man etwas ansieht und die Endgeräte zum drehen von HD-Videos werden immer günstiger.

Die TV-Produktionen haben diesen Trend erkannt und bieten ihre Inhalte nun ebenfalls „on demand“ auf eigenen Plattformen an. Dort muss man aber für ältere Inhalte in der Regel zahlen – nicht nur mit der Ansicht von Werbung. Youtuber die ihre eigene Fanbase aufgebaut haben, ziehen diese komplett vom TV ab, weswegen den TV-Sendern auch immer weniger Budget zur Verfügung steht. Das z.B. ein Stefan Raab überlebt hat, liegt nur an einer hartnäckigen Fanbase, seinen Events und natürlich auch an seiner eigenen Produktionsfirma. Letztendlich ist er genau richtig ein- und ausgestiegen, fernab davon ob er lustig war oder nicht.

Der Fernsehkonsum hat seit 2005 jedenfalls einen Einknick bekommen mit einer kurzen Erholungsphase, welche seit 2011 nur noch stagniert. Youtube bekommt seit einigen Jahren auch selbst Konkurrenz: Nämlich Netflix und Amazon Prime, die natürlich auch etwas vom Kuchen haben möchten.

Fazit zum Konsum über Youtube

In Zukunft wird Youtube sicher auch Gedanken drüber machen, wie man Netflix oder Amazon Prime noch weiter Reichweite entziehen kann. Mit eigens produzierten Serien ist natürlich ein ganz anderer Markt da, denn ob es in 10-15 Jahren noch genauso viele, oder mehr Youtuber geben wird, steht zunächst in den Sternen.  Wenn Kinder auf der Strasse keine Schauspieler mehr erkennen, sondern nur noch Youtuber, sollte auch der letzte Mensch auf der Erde wissen: Es guckt niemand mehr in die Röhre.

Schreibe eine Antwort