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Online Supermärkte – Wieso ich Bananen lieber vor Ort kaufe

Es existieren einige Bereiche, die bislang vom Online-Boom verschont wurden. Bis jetzt. Amazon krempelt mal wieder einen klassischen Bereich um: Die Supermärkte. Und wieder soll der faule Mensch noch fauler werden, indem man ihm nun seine Lebensmittel bis vor die Tür bringt. Doch hat das Sinn?

Fest steht, es gab schon immer Lieferdienste und sie machen auch Sinn: Die ältere Dame die nicht weit laufen kann und für die das Tragen der Taschen zur Qual wird. Aber keinen Sinn macht es bei jungen Menschen die einfach nur aus Faulheit sich alles nach Hause liefern lassen, damit ihr Cholestorin-Wert einen neuen Rekord annimmt.

Der gläserne Kunde

Supermärkte sind eine ganz andere Liga: Finde ich in meiner Stadt/Dorf keinen Elektronikmarkt, ist es kein Problem schnell etwas bei einem kleinen Händler online zu bestellen. Meistens sind es ja nur Einzelteile. Aber ein Einkauf im Supermarkt spiegelt einen intimen Konsum dar: Nämlich was wir zu uns nehmen. Ich würde behaupten, dass es genauso intim ist wie die Daten auf einem Fitnessarmband. Diese Daten sind Gold wert und ich zweifle daran, dass ein Lieferdienst der etwas von Marketing versteht, diese Daten nicht verwenden würde um maximalen Profit zu erwirtschaften.

Schokolade? SCHOKOLADE!!!

Nehmen wir mal an ihr seid ein treuer Konsument von Schokolade. Jede Woche kauft ihr die Tafel X von Firma Y. Wäre es da nicht auffällig wenn ihr irgendwann von einem Lieferdienst ein Schoko-Abo angeboten bekommen würdet? Es ist mehr als Schokolade, es ist die totale Überwachung über euer Konsumverhalten:

  • Wie oft bestellt ihr Schokolade pro Woche/Monat/im Jahr?
  • Wie viel Umsatz bringt ihr?
  • Welche Marken favorisiert ihr?
  • Welche Sorten sind bei euch beliebt?
  • Big Data: Ist er in den sozialen Medien und welche Schokoladen-Fansites verfolgt er?

All diese Informationen liefern den Marketern wertvolle Informationen, in welche Kundengruppen sie euch einordnen sollen. Ist es der Kunde der ab und zu nur eine Tafel Schokolade will? Ist es der Kakao-Süchtige der jede Woche seinen Stoff benötigt?

Und wieder geht es um Daten

Um es auf den Punkt zu bringen: Ihr verliert durch die Bestellung einen Teil eurer Intimsphäre/Anonymität. Jeder Marketing-Spezialist wird sehen wie gesund – oder ungesund – ihr lebt. Und Big Data wird euch letztendlich einholen und euch mit Newslettern, Post und eventuell „netten“ Anrufen daran erinnern, dass ihr vergessen habt Schokolade zu bestellen. Und so ganz nebenbei: Ein paar Schritte mehr pro Tag tun jeden gut.

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