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Outfittery – der digitale Test.

Der eine oder andere hat sicher schon von Outfittery gehört. Das ist diese Seite wo man Frauen käuflich dazu zwingen kann, dass sie einem bei der Modeberatung helfen. Und das ganze bekommt man dann bequem nach Hause geschickt. Im digitalen Zeitalter wird also auch schon die eigene Frau überflüssig (jedenfalls für die Modeberatung..)

Da ich großes Interesse an solchen Dienstleistungen habe, wollte ich die Seite einmal testen und mal sehen, ob Anthea (so nennt sich meine Modeberaterin) meinen Geschmack treffen wird. Denn normalerweise gehe ich gerne selbst einkaufen und es macht mir auch noch Spaß dabei, ich brauche nämlich selten eine Beratung. Das heißt jetzt aber nicht das ich ein Mode-Nerd bin. Bin halt ein Mann: Gefällt mir, gekauft.

Das kann die Seite

Die Seite bietet neben einem kleinen Konfigurater an, wie ich meinen Stil definiere. Anschließend kann ich Anthea zu einem persönlichen Gespräch terminieren, in der ich meine expliziten Stilwünsche erläutere. Aber genau das habe ich ausgelassen. Ich habe auch kein Bild von mir hochgeladen, sonst könnte ich ja gleich in das nächste Fachgeschäft rennen um mich beraten zu lassen. Zu guter letzt konnte man noch seine Maximalgrenze für die einzelnen Kleidungsstücke auswählen. Hier sollte der User aber schon merken, dass ein gewisser Mindestpreis schon gezahlt werden muss. Wer ein 5 €-Schnäppchen wie bei H&M erwartet ist hier definitiv falsch. Das war nun die Herausforderung an Anthea.

Im Bestellprozess selbst muss ich am Ende meine Kreditkarte angeben – hier wäre auch ein Kauf auf Rechnung, Lastschrift, PayPal schön gewesen – hat man sicher schon mal gehört. Suggeriert mir den Eindruck: Den kann man nicht vertrauen, wir brauchen mehr Sicherheit für uns.

Nach der Bestellung ist vor der Bestellung: Nachdem ich mich sage und schreibe 3x durch den Konfigurator durchgeklickt habe, musste ich einen Telefontermin mit Anthea ausmachen, bzw. ablehnen und eben das „Risiko“ auf mich nehmen, eine Box ohne telefonische Beratung zu bekommen.(Letzteres wollte ich ja). Leider ist es hier nicht schön gelöst, da man nach der Bestellung oben rechts auf den Link klicken soll (MUSS!). Wie soll sich nur ein DAU hier verhalten?

Und das kam dann an

Anthea stellte mir nachfolgend also ein vollgeschnürtes Paket mit einigen Outfits zusammen, dass ich voller Vorfreude öffnete – und anders als ich dachte – mich wirklich überraschte. Der Versand der Box dauerte 2 Tage von der Bestellung bis zum Empfang, stattlich für eine individualisierte Box. Auch wie die Box verpackt war, sah sehr ansprechend und hochwertig aus. Dazu eine handgeschriebene Karte von Anthea (ist ja gerade auch wieder „in“) und dazu noch ein paar Highlights im Karton. Ja, das sah nicht nur ansprechend aus, sondern machte auch Spaß auszupacken.

Insgesamt 14 Kleidungsstücke, darunter auch ein paar Sneakers, waren im Paket enthalten. Die Sachen passten unwahrscheinlich gut, was mich wirklich überraschte. Denn ich hatte hier wirklich nur das nötigste angegeben, bin ich der Big Data verfallen?

Und was ist mit dem Rest?

Einige Sachen passten auch nicht bzw. trafen nicht ganz meinen Geschmack. Aber auch dafür gibt es ja eine praktische Lösung, denn: Versand/Retoure sind kostenfrei. Jedes Paket erhält man 14 Tage zur Probe, allerdings darf man sie natürlich nicht zweckentfremden oder für die nächsten Partys benutzen. Das ist auch der Wesentliche Vorteil, man geht kein Risiko ein.

Gründe für die Retoure kann man lt. dem Lieferschein auch online eingeben unter outfittery.com/return, aber das funktionierte bei mir leider nicht. Ob es daran lag das im Account noch der Status „Box wird gepackt“ steht? Jedenfalls auch hier eine kleine technische Panne, die ich aber im Angesicht der Qualität der Box verschmerzen kann, einen Stift kann ich wohl noch bedienen 😉

Traf Anthea meinen Geschmack?

Anthea hat mir mit wenig Daten von mir eine kleine Kollektion zugesendet, wovon ich – anders als ich dachte – auch einige Sachen behielt. Sie traf wirklich meinen Geschmack und so ganz nebenbei musste ich nicht mal aus der Tür gehen. Die Kleidungsstücke sind wirklich hochwertig und von Top-Marken. Ich selbst hätte diese Sachen wohl nicht so schnell gefunden, da musste man mich schon zu „zwingen“ sie zu finden.

Fazit

Bis auf die von mir erwähnte Usability bin ich ehrlich gesagt ziemlich überrascht und hatte ein ganz anderes Bild im Hinterkopf. Und irgendwie will man manche Sachen dann auch nicht mehr zurücksenden, sehr clever gemacht! Was ich vor allem hatte – und das habe ich nicht oft – war das Gefühl, dass sich hier jemand richtig Gedanken zu meiner Person gemacht hat und ich mich nach dem Anprobieren sehr gut beraten fühlte. Über die Preise kann man sich natürlich noch streiten, aber ein Besuch in einem Shoppingcenter wäre vom Preis dasselbe gewesen – und da wäre man letztendlich nicht so gut „beraten“ worden, bzw. hier fehlt es den Verkäufern (darum auch Verkäufer, keine Berater!) eben an der Zeit im Geschäft.

Ich möchte auch erwähnen, dass ich diesen Beitrag hier ohne irgendwelche finanziellen Hintergedanken erstellt habe. Ich wollte eigentlich nur die Website und den Bestellablauf testen, aber ich glaube daraus entwickelt sich bald eine digitale Liebe. Trotzdessen hoffe ich, dass die technischen Mängel behoben werden und nur vorübergehend sind – nobody is perfect.

Am Ende möchte ich nur noch folgendes sagen: Danke Anthea, dass war sicher nicht meine letzte Bestellung!

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