Kommentare 0

Patellaspitzensyndrom Übungen und Heilmittel – Ein Erfahrungsbericht

In den letzten Wochen habe ich endlich wieder mit dem Laufen begonnen. „Machst du was für dich“ haben sie gesagt, letztendlich war ich – aufgrund zu ehrgeiziger Ziele – dann etwas zu ambitioniert unterwegs.

Langsam aber sicher nahm das bekannte Patellaspitzensyndrom (Springerknie/Jumper’s Knee) dann auch bei mir Platz und will nicht vergehen. Ich muss aber dazu sagen: Ich war nie unsportlich.

So eine lästige Verletzung hatte ich in den letzten Jahren noch nicht gehabt, da ich zudem viel „unfreundlichere“ Sportarten wie Badminton betreibe. Letztendlich war ich auch schon bei Ärzten und habe wie fast jeder andere auch, erstmal Dr. Google befragt.

Hilfe, warum kribbeln meine Knie plötzlich

Zuerst wurde mir klar, dass ich eine muskuläre Dysbalance habe. Und damit begann dann auch der Krieg mit den medizinischen Begriffen. Als zweiten Punkt waren wohl auch meine Laufschuhe schuld, denn dieses Syndrom nennt sich eben „Syndrom“, weil man nicht genau weiß was es auslöste. Um es abzukürzen, es können folgende Probleme in Betracht kommen:

  • Muskuläre Dysbalancen (z.B. durch einseitige Bewegung, Bürojob)
  • Schlechter Laufstil
  • Falsche Laufschuhe (Läuft euer Knie geradeaus, nach rechts, nach links? -> Laufbandanalyse!)
  • Nicht richtig aufgewärmt
  • Nicht richtig gedehnt
  • Zu schnell die Trainingseinheit erhöht
  • Joggen auf Bergauf- und Bergabpassagen
  • Harte Untergründe
  • Uvw.

Was verursacht denn nun den Schmerz und wo kommt er her?

Das ist bei jedem Menschen unterschiedlich, letztendlich kommt ihr durch einen professionellen Check durch einen Arzt, Orthopäden nicht herum. Genauer gesagt ist es eine Überlastungserkrankung am Knochen-Sehnen-Übergang an der Kniescheibe/Patella.

In meinem Fall ist es so, dass ich mich einfach überlastet habe, was die Spitze dann reizte. Ich spürte zudem auch noch ein Ziehen in den Oberschenkeln, was ich aber schon mit einfachen Dehnübungen nahezu wegbekommen habe. Ich empfehle euch in diesem Fall zu diesen drei Übungen:

(Zum Artikel von Rohit Matur von osteovital)

Was hilft gegen das Patellaspitzensyndrom?

Zunächst die schlechte Nachricht an alle Sportler: Pause machen. Das Bein schonen und gezielt trainieren. Ich persönlich habe jetzt einige Dinge ausprobiert, vor allem auch Sportsalben, entzündungshemmende Mittel (wie ich laß, handelt es sich ja nicht um eine Entzündung, es helfen die Mittel aber trotzdem dagegen), Kinesiotapes und Faszienrollen. Alles kann helfen, aber manches kann es auch schlimmer machen. Deswegen: Geht bitte zum Arzt und lasst es abklären, eventuell ist es auch etwas schlimmer bei euch und ihr habt einen Faserriss.

Der Aufbau eines Knies

Der Aufbau eines Knies

Wichtig ist auch herauszufinden beim Arzt, wie euer Körper aufgebaut ist und ob eure Knie „in der Spur laufen“. Es gilt vor allem Fehler ausfindig machen, Verspannungen zu lösen, den Heilungsprozess zu unterstützen und noch viel wichtiger: Geduld zu haben.

Die aktuellen Symptome

Stand 23.06.:

Symptome
– Es brennt weiterhin unterhalb und oberhalb der Knieschreibe, man merkt ein leichtes Kribbeln.
– Beim Gehen verschwindet es sofort und ich merke es nicht mehr
– Nur im Ruhezustand kann es auch mal „zwicken“ und ziehen
– Längeres Stehen ist unangenehm
– Bein lässt sich voll durchstrecken ohne Probleme
– Durch Kühlung ist es sofort weg

Bisherige Unternehmungen
– Kinesiotapes um die Knie geklebt
– Krafttraining mit Rubberband
– Oben genannte Dehnübungen speziell für das Syndrom umgesetzt (täglich)
– Sportsalben und entzündungshemmende Mittel (täglich)
– Warme Bäder
– Physiotherapie
– Abklärung beim Hausarzt/Orthopäden
– Neue Laufschuhe gekauft (in meinem Fall Neutralschuhe)

Stand 24.06.:
– Zerrung lt. Orthopäde, keine schlimmere Verletzung erkennbar
– Kniebandage + Physiotherapie verschrieben

Stand 03.07.:
Die Beschwerden im Knie sind fast vollständig verschwunden. Nachfolgende Heilmittel und Tipps möchte ich euch mit auf dem Weg gehen. Letztendlich wurde „nur“ eine Zerrung diagnostiziert, also war ich nicht beim MRT oder dergleichen. „Läuft“ quasi alles wieder rund.

Welche Heilmittel bekommen die Schmerzen in den Griff?

Gute Erfahrungen im Zusammenhang mit dieser Verletzung habe ich mit Traumeel S creme, den passenden Tabletten und Magnetrans® machen können. Folgend möchte ich euch etwas mehr Hintergrundwissen über diese Produkte vermitteln, da ich es nicht bei einer Empfehlung belassen möchte.

Folgende Inhaltsstoffe beinhalten die Traumeel S Creme, sowie die Tabletten:

  • Beinwell (Symphytum officinale)
  • Bergwohlverleih (Arnica montana)
  • Eisenhut (Aconitum napellus)
  • Gänseblümchen (Bellis perennis)
  • Gemenge, welches hauptsächlich Mercuroamidonitrat enthält
    (Mercurius solubilis Hahnemanni)
  • Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • Kalkschwefelleber (Hepar sulfuris)
  • Kamille (Matricaria recutita)
  • Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea)
  • Ringelblume (Calendula officinalis)
  • Schafgarbe (Achillea millefolium)
  • Schmalblättriger Sonnenhut (Echinacea)
  • Tollkirsche (Atropa bella-donna)
  • Zauberstrauch (Hamamelis virginiana)

Beipackzettel Traumeel S creme:
http://www.heel.de/upload/Traumeel_S_Creme_K_014540_BPZ_7_1561.pdf

Beipackzettel Traumeel S Tabletten:
http://www.heel.de/upload/Traumeel_S_Tabl_K_014558_03_BPZ_7_1564.pdf

Traumeel ist dafür bekannt, dass ein beliebiger Wirkstoff in der Creme passend für das jeweilige Problem ist. D.h.habe ich auch Traumeel Tabletten mit der Creme dazu kombiniert, damit die Wirkung nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich erfolgen kann. Jedenfalls wurde mir das genau so in der Apotheke vermittelt.

Dazu habe ich 3x täglich jeweils (wie auf dem Beipackzettel zu entnehmen) eine Tablette genommen und unter der Zunge zergehen lassen. Die Creme habe ich Morgens, Mittags und Abends aufgetragen, Abends dann in Form einer Bandage, mit der man dann auch bequem schlafen kann.

Hilfe, es verschlimmert sich

Der Begriff „Erstverschlimmerung“ den man auf der Packungsbeilage liest, passiert bei einer Behandlung mit einem homöopathischen Mittel. Das bedeutet letztendlich, dass sich zunächst die Intensität der Beschwerden verschlimmert und diese nach kurzer Zeit wieder abklingeln. Das ist also ganz normal und kann den einen oder anderen vielleicht etwas aus der Fassung bringen. Wer hier allerdings längere Zeit (Mehrere Stunden/Tage) über andauernde Schmerzen klagt, der sollte definitiv einen Arzt aufsuchen. Eine Erstverschlimmerung tritt hier aber nicht immer unbedingt ein. „Erstverschlimmerung“ bedeutet im Übrigen nicht dass es sich 1x verschlimmert, sondern immer beim Auftragen auf die Haut, bis das Problem abgeklungen ist.

Aber ob diese Kombination nun einfach half, oder es ein Placebo war, das kann ich nicht 100%ig beantworten. Jedenfalls war es für den Kopf gut, einfach etwas zu nehmen.

Gerade wenn man Sport macht, benötigt der Körper einen großen Vorrat an Magnesium. Zusätzlich nehme  ich noch Magnesiumtabletten, damit die Muskeln weiterhin über eine gesunde Muskelfunktion verfügen.

Warum brauchen wir Menschen denn überhaupt Magnesium?

Ohne Magnesium kann der Körper keine Energie bereitstellen. Und die benötigen wir ja umso mehr beim Sport. D.h. die Enzyme die z.B. bei einem Glukosestoffwechsel beteiligt sind (Energiereich), benötigen zur Aktivierung Magnesium. Hat man eine unzureichende Sauerstoffzufuhr bei den Muskelzellen, kann sich zudem Laktat bilden, was die körperliche Belastbarkeit zudem deutlich mindert. Gerade wenn man also viel Sport treibt, erhöht sich automatisch der Bedarf an Magnesium, durch den beschleunigten Stoffwechsel steigt auch unser Bedarf an Magnesium an.

Und warum braucht man mehr Magnesium als Sportler?

Dadurch dass man schwitzt, geht über den Flüssigkeitsverlust viel Magnesium mit verloren. Das kommt zum einen auch dazu wenn man Sport bei hoher Luftfeuchtigkeit betreibt, oder hohen Temperaturen. Das Defizit an Magnesium sollte deshalb während einer Regeneration wieder aufgefrischt werden. Muskelzucken, Muskelkrämpfe entsteht übrigens auch durch einen Magnesiummangel. Die Anfälligkeit für eine Zerrung ist – wie in meinem Fall – daher auch höher. Obwohl ich auch schon vorher Magnesium nahm, hat dies anscheinend nicht ausgereicht. Denn aktuell laufe ich ähnliche Strecken ohne solche gravierenden Probleme.

Es beruht alles auf meinen eigenen Erfahrungen, daher kann ich euch auch keinen medizinischen Fachrat erteilen. Vor allem ist es bei jeder Person auch anders. Wichtig ist, dass ihr zunächst abklärt was ihr überhaupt für ein Problem am Knie habt. Ist es ein Riss, Zerrung, Überreizung? Daher ist es essentiell es durch einen Arzt/Apotheker abklären zu lassen.

Was man bei einer Zerrung noch beachten sollte

Ich persönlich habe eine einfache Kniebandage erhalten. Die bekommt man in jeder Apotheke für ca. 15 € und hält das Knie stabil. Damit könnt ihr auch problemlos laufen ohne euren Muskel zu reizen oder die Zerrung zu verschlimmern.  Wichtig ist das ihr nicht direkt „Kniegas“ gebt (OK – schlechter Wortwitz). Lasst eure Pace ruhig etwas höher ausfallen und macht keine langen Strecken. Ihr werdet ja selber merken wie sich euer Knie anfühlt.

In erster Linie solltet ihr – wenn ihr bemerkt das etwas nicht stimmt – eine Pause einlegen. Und die kann je nach Verletzungsgrad eben recht lange ausfallen. In meinem Fall waren es jetzt zwei Wochen, als ich das Knie wieder etws mehr belasten konnte. Ich habe sogar an einem Wettkampf teilnehmen können, aber nur weil ich konsequent das Knie geschont habe nach P-E-C-H (P=Puse E=Eis Kühlung C=Compressionsverband H=Hochlagern)

Ich hoffe das ich euch mit diesen Tipps etwas helfen konnte, manchmal fühlt es sich nach mehr an, als es eigentlich ist.

Foto: Adam Ciesielski, freeimages.com

Schreibe eine Antwort