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Ultra geschafft – Tetraeder Treppenlauf 2016

Heute war mal wieder „Renntag“, ich habe heute im heimischen Bottrop das erste Mal am Tetraeder Treppenlauf teilgenommen. Und dann direkt beim Ultra-Lauf mit 6,5 km und 752 Stufen. Ultra geschafft war ich danach wirklich.

Die Organisation

Eine wirklich vorbildliche Organisation erwartete mich dort auf der Halde – und das meine ich ganz objektiv, auch wenn ich hier wohne 🙂 Es gab u.a. für Zuschauer auf dem Alpincenter die Möglichkeit, die Läufer via aufgestellte Kameras live an den Treppen zu verfolgen. Einige Läufer machten sich daraus einen Spaß und schnitten Grimassen oder winkten, eine wirklich witzige Idee. Zudem konnte man sich nach dem Lauf ganz bequem und kostenfrei eine Urkunde ausdrucken, indem man an einem Rechner einfach seine Startnummer eingegeben hat. Super! Auch die Verpflegung am Ende war völlig in Ordnung und die Strecke war mithilfe vieler Streckenposten genau geregelt.  Es gab auch mehr als genug Wasserstellen, ich bin einfach begeistert.

Die Laufstrecke

Los geht es am Alpincenter Bottrop, man läuft zunächst die Halde herunter und anschließend über eine Besucherbrücke, die dann direkt zu diesen perversen Treppenstufen führt. Es existiert zusätzlich neben den Läufen für die Kinder, der 5 km Lauf (387 Stufen), Team-Staffel mit 9,5 km und der Hauptlauf mit 11 km und 1.847 Treppenstufen. Weiter existiert noch ein „Firefighter Run“ bei dem Feuerwehrleute vollausgestattet, aber ohne Maske, ebenfalls 6,5 km absolvieren müssen.  Beim 5 km-Lauf geht es dabei nur einmal hoch zur nächsten Halde, dem Tetraeder (Aussichtsplattform auf der Bottroper Halde), beim Ultra-Lauf wo ich mitgemacht habe, geht es allerdings schon zweimal um die Halde und wieder die Treppen hoch. Der „Extreme Empire Run“ geht allerdings satte 5x rund um die Halde und wieder hoch. Hier benötigt man schon extrem gute Kondition und trainierte Muskeln, sonst ist das kaum zu bewältigen, vor allem wenn man noch eine schnelle Zeit laufen möchte.

treppenlauf_2016

Hat man die Stationen geschafft, so geht es dann wieder von der Halde am Tetraeder runter und – wer hätte es gedacht – direkt über ein Teilstück wieder auf die Halde zum Alpincenter. Und wer sich an den Treppen zu verausgabte, den werden die Höhenmeter einen den Rest geben bis es wieder ins Ziel geht.

treppenlauf_bottrop_2016

Und ab geht es

Leider spielte das Wetter an diesem Tag nicht ganz mit, zumindest bei meinem Lauf. Es regnete erst mäßig, aber während des Rennens gab es eine Art Monsum, so kam es mir zumindest vor. Es war an manchen Abschnitten wirklich richtig „Ultra“, das ich mehr mit dem Wasser zu kämpfen hatte, als mit der Strecke.

Letztes Jahr war es auch nicht besser, allerdings musste man 2015 Temperaturen von über 30 Grad ertragen, wie z.B. runningblog berichtete.

Gleich nach dem Start habe ich am Anfang richtig Dampf gemacht und meine persönliche Bestzeit von 4:01 Min/km auf 3:40 Min/km verbessern können. Ich bin eben kein Profi, für einen Freizeitsportler ist das aber ein Grund zum feiern, so fühlte ich mich auch als ich das auf meiner App sah. Vor allem befand ich mich zu dieser Zeit auf Platz 7 – Platz 7 dachte ich?! Aber dann kamen die Treppen. Die Stufen waren der pure Durchhalte-Test, ein Dauerlauf bis zum Tetraeder war aber einfach nicht drin. Ich habe dann beschlossen das ich die Zeit beim Laufen wieder aufhole, weil ich auch einfach viel zu untrainiert war für so viele Treppen. Ich hatte einfach keine Puste mehr, die Beine waren nicht das Problem. Es fühlte sich mit dem Regen und den Stufen einfach so an, als würden wir alle gerade in den Krieg ziehen. Der Regen peitschte im Gesicht und die Strecke wurde immer nasser. Einfach unbeschreiblich, aber ich möchte diese krasse Erfahrung nicht missen. Am Ende des Laufes war ich auch wirklich durchgenässt – komplett…

Nachdem ich die zwei Runden überstanden habe und auch drei Kreuze gemacht hatte, ging es den Berg runter und wieder hoch. Und wie schon geschrieben, wer sich bei den Treppen zu verausgabt hatte, der hat hier den letzten Dampfhammer bekommen. Wir reden hier von +189 Höhenmetern. Mich haben auch einige überholt, die ich mir im Berg wieder schnappen konnte. Ich weiß auch nicht was bei mir heute los war, aber ich habe mich wie irgendwie übermenschlich gefühlt, vor allem bei den Höhenmetern. Ich denke das ganze Training zahlt sich langsam aus. Ich bin wirklich nur froh, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht warm war, das wäre mein Untergang gewesen, wie mir der Innenhafenlauf in Duisburg bewies.

Der Endspurt

Immer wieder fluchte ich vor mir her wann denn endlich der Berg erreicht ist, ich kenne die Strecke natürlich, aber gerade im Wettkampf wollen manche Abschnitte einfach nicht vergehen. Als ich oben auf dem Berg war und einen Ton aus der Steinzeit von mir gab, konnte ich sogar noch einen Sprint am Ende einbauen und meine Zeit von 36:42 Min. klar machen. Der Moderator des Rennens meinte über die Sprechanlage das es „ganz locker“ aussehe bei mir. Na, wenn der wüsste…

Ich bin mehr als glücklich über meinen ersten Treppenlauf und hätte auch ehrlich gesagt nicht mit der Zeit gerechnet. Das bedeutete am Ende Platz 14.  Männer und Platz 2 in meiner Altersklasse M30. Und das in meiner Heimatstadt, ich freue mich 🙂

Nächstes Jahr ist schon gebucht!

Wer auch mal mitmachen möchte, unter http://www.tetraeder-treppenlauf.de findet ihr alle Informationen und Ergebnisse zu den Läufen.

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