Influencer – wieso man nicht allen Vertrauen sollte

Das mit den Influencern ist eigentlich eine super Sache. Man folgt einem Account (wir nehmen speziell Instagram), folgt deren Rat und beschäftigt sich eventuell sogar mit dieser Person. Was aber viele nicht wissen: Ein Großteil dieser Beiträge sind Fake. Eingekaufte Posts von Lobbygruppen/Unternehmen sind meistens nicht mit “bezahlter Partnerschaft” gekennzeichnet. Das ist irreführend und ganz klar Schleichwerbung.

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Generell möchte ich anmerken, dass es OK ist Werbung zu schalten. Es ist sogar gut. Wie soll man jüngere Zielgruppen erreichen, die nicht mehr in der Suchmaschine der Wahl suchen, oder Tageszeitungen lesen. Auch OK ist, dass man mit seinem Unternehmen – egal wie groß – Geld erwirtschaften muss. Nicht OK ist, dass sich Menschen leicht beeinflussen lassen und es viele unseriöse Influencer auf dem Markt gibt.

Als Influencer (von englisch to influence ‚beeinflussen‘) werden Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken als Träger für Werbung und Vermarktung in Frage kommen […]

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Influencer

Einige Universtäten bieten mittlerweile sogar Studiengänge zum “Influencer” an. Es scheint also mittlerweile ein Trend zu sein, der sich neben YouTube aufbaut. Nicht falsch verstehen, auch YouTuber sind Influencer. Fraglich ist nur, ob das Ganze Konstrukt überhaupt soviele Influencer verträgt und ob es nicht über kurz oder lang zu einer Verdrängung kommen wird.

Gekaufte Follower

Ein ganz anderes Problem neben der unmarkierten Werbung, sind auch die Follower. Oft habe ich erlebt, dass Accounts eine extrem hohe Followerzahl haben, allerdings die Reaktionen auf neue Beiträge weit unter dem sind, was sie eigentlich haben sollten.

Follower kann man sich ganz einfach im Internet kaufen, obwohl es Illegal seitens der Instagram-AGB ist, machen es trotzdem eine Vielzahl von Influencern. Daher kann es manchmal vorkommen, dass Influencer verschwinden und mit einem neuen Account wieder auftauchen. Das wird dann mit schwammigen Argumenten untermauert: “Mein Account wurde einfach gesperrt, habe mir also einen neuen aufgemacht”. Es hat immer einen plausiblen Grund dafür, man hat einfach übertrieben.

Gekaufte Follower sind daher mehr als fraglich, vor allem weil es meist ausländische Accounts sind, die einem nur folgen und wo eben keine Aktivität ihrerseits vorhanden ist.

Micro-Influencer vs. Influencer

Wer hat die meisten Follower? Ab 100.000 Followern zählt man bei Instagram schon zu den ganz Großen. Hier wird es extrem kommerziell, weil es eben eine Menge Zeit erfordert, Inhalte zu produzieren und auf Nachrichten/Kommentare zu antworten.

Daher driftet man hier schnell ab, wenn man hauptberuflich einem Job nachgeht. Vor allem muss man sich auch entscheiden: Mache ich das nun hauptberuflich oder ist es für mich nur ein Spaß an der Sache? Automatisieren kann man solch ein Projekt nicht, denn: Es steht hier immer die Person im Vordergrund, welche auch auf den Inhalten erkennbar sein muss.

Micro-Influencer haben es hier schon einfacher. Sie bedienen Special-Interest-Gruppen und legen es überhaupt nicht drauf an, einen großen Account zu haben. Im Gegenteil, diese Influencer haben sogar eine viel aktivere Zielgruppe, die sich wirklich für die Person interessieren und was sie schreibt. Als Micro-Influencer wird alles unter 10.000 Follower bezeichnet.

Influencer gibt es überall – und schon immer


Grundsätzlich sind Influencer kein neuer Trend aus den sozialen Medien. Es gab schon immer Influencer und wird auch immer welche geben. Das Internet ist quasi ein Turbo dafür, der früher so nicht möglich war. Bevor das Internet populär wurde, musste man schon etwas geleistet haben um es überhaupt auf diesen Status zu bringen, nämlich: Sportler, Musiker, Künstler. Auch diese haben sich selbstverständlich verkauft. Das war dann aber auch mehr als ersichtlich, dass es sich hier um Werbung handelte – denn: Es war als Werbung gekennzeichnet.

Eigene Meinung bilden – das Ding zwischen euren Ohren

Den eigenen Kopf anzustrengen erfordert ein paar Neuronen extra, die befeuert werden wollen. Aber es lohnt sich, nicht immer alles gleich zu glauben, was jemand veröffentlicht.

Schöne Beispiele gibt es auch wieder seitens der Politik zu sehen. “Generation Z” wählt grün, weil sie für den Klimawandel steht und man was dagegen tun muss.  Ja, da bin ich auch für, allerdings sind Parteien die nur ein Problem angeblich lösen möchten, nicht das Maß aller Dinge. Was ebenfalls zählt sind weitere wichtige Themen wie Wirtschaftspolitik, Außenpolitik, und, und, und. Daher mag ein YouTuber wie “Rezo” mit seinem Video sicher Recht haben, dass Wahlversprechen nicht immer unbedingt erfüllt wurden, aber das kann keine Partei dieser Welt. Das Klima lässt sich nicht von heute auf morgen verändern. Dazu müssten wir alle unsere Gewohnheiten ändern: Also ab morgen fahren wir dann alle mit der Bahn, essen keine Tiere mehr, trinken keinen Kaffee mehr, fahren nicht mehr in den Urlaub und benutzen vor allem das Internet nicht mehr. Noch Fragen?

Warum dieser politische Absatz? Wenn ihr euch selbst mal klar werdet, was ihr momentan NICHT für das Klima macht, dann braucht ihr auch nicht eine Öko-Partei zu wählen, in der Hoffnung das nun alles besser wird. Es fängt bei jedem einzelnen an. Womit wir hier wieder bei Influencern sind. Wie Lemminge blind einer Person folgen, die augenscheinlich im Trend liegt und die eigene Meinung über Bord werfen.

Legt eure Verantwortung nicht in fremde Hände.

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